Formvorschriften für Rechnungen


Begriff

Rechnungen bzw. Gutschriften haben im Umsatzsteuerrecht eine große Bedeutung. Fehlen einzelne der gesetzlich vorgeschriebenen Rechnungsangaben bzw. sind sie unzutreffend,
führt dies beim Leistungsempfänger zur Versagung des Vorsteuerabzugs.
Rechnungen sind binnen 6 Monaten nach Leistungserbringung auszustellen und 10 Jahre aufzubewahren; bei Verstößen kann das Finanzamt Bußgelder erteilen.
Ist der in einer Rechnung erfolgte Umsatzsteuerausweis zu hoch oder gar unberechtigt, schuldet der Rechnungsaussteller die Umsatzsteuer; der Rechnungsempfänger
erhält hieraus keinen Vorsteuerabzug.

Wichtig: Kein Vorsteuerabzug ohne Rechnung!

Verweigert der Leistende die Ausstellung einer Rechnung, muss der Leistungsempfänger dies vor den ordentlichen Gerichten durchsetzen.
Ohne Rechnung erhält er keinen Vorsteuerabzug.

Die Abrechnung durch den Leistungsempfänger mit Gutschrift berechtigt auch zum Vorsteuerabzug
sofern sie die Pflichtangaben enthält. Jedoch muss die Abrechnung per Gutschrift vor der Abrechnung einvernehmlich (formlos) vereinbart sein
und die Gutschrift muss dem Leistenden zugegangen sein.
Widerspricht der Leistende der Gutschrift, verliert der Gutschriftsaussteller das Recht zum Vorsteuerabzug, allerdings erst mit Wirkung für den
Besteuerungszeitraum des Widerspruchseingangs.

Erforderliche Rechnungsangaben

Als Rechnungen werden z. B. auch Verträge anerkannt, sofern sie die in genannten Pflichtangaben enthalten.
In der Rechnung oder im Vertrag fehlende Angaben müssen in anderen Unterlagen enthalten sein, auf die in der Rechnung bzw. im Vertrag hinzuweisen ist.
So reicht es bei Dauerleistungen (Miet- oder Pachtvertrag, Wartungsvertrag, Pauschalvertrag mit Steuerberater) aus, wenn sich der Zeitraum der jeweiligen Leistung aus den einzelnen Zahlungsbelegen ergibt.
Fehlende Rechnungsangaben können sich auch aus Auftrags- und Leistungsbeschreibungen oder Lieferscheinen ergeben.

Für den Vorsteuerabzug zwingend notwendige Rechnungsangaben

Ordnungsgemäße Rechnungen müssen folgende Pflichtangaben zwingend enthalten, damit der Rechnungsempfänger hieraus den Vorsteuerabzug erhält (§ 14 Abs. 4 UStG):

                  ·    Vollständiger Name und Anschrift des Leistenden und des Leistungsempfängers[2];

                  ·    die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ;

                  ·    das Ausstellungsdatum;

                  ·    die einmalig vergebene Rechnungsnummer;

                  ·    Zeitpunkt der Leistung (bei Anzahlungen den Zeitpunkt der Vereinnahmung, sofern dieser feststeht und nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt);

                  ·    das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte (Netto-)Entgelt, jede im Voraus vereinbarte Entgeltsminderung,
                       sofern sie nicht im Entgelt berücksichtigt ist;

                  ·    den anzuwendenden Steuersatz, den Umsatzsteuerbetrag oder ggf. einen Hinweis auf die jeweilig geltende Steuerbefreiung.
                       Ein allgemeiner umgangssprachlicher Hinweis reicht aus, z. B. "Ausfuhr", "innergemeinschaftliche Lieferung", "steuerfreie Vermietung", usw.;

                  ·    bei Grundstücksleistungen ist der Leistungsempfänger auf seine 2-jährige Aufbewahrungspflicht hinzuweisen.

Fehlt bei Rechnungen eine der o. g. Rechnungsangaben oder sind sie erkennbar unrichtig, sollte der Leistungsempfänger unverzüglich eine Rechnungsberichtigung verlangen; sonst ist sein Vorsteuerabzug gefährdet.

Kleinbetragsrechnungen und Fahrausweise

Bei Kleinbetragsrechnungen (= brutto bis zu 150 EUR)

                  ·    muss der Leistungsempfänger, die USt-IdNr. sowie eine Rechnungsnummer nicht angegeben werden,

                  ·    reicht die Angabe des Bruttobetrags sowie des zutreffenden Steuersatzes aus.

Die gleichen Erleichterungen gelten bei Fahrausweisen über eine Personenbeförderung. Unterliegt diese dem ermäßigten Steuersatz, ist die Angabe des Steuersatzes entbehrlich.
Diese Erleichterungen gelten nicht für die Beförderung mit einem Taxi oder für die Vermietung von Autos.

Go to top